Band

BadI (Peter Badergruber): Drums, Vocals
Stefan (Böck): Gitarre, Vocals
Boxer (Thomas Weiss): Bass, Vocals
(Markus) Hofinger: Keyboards, Vocals

Woher stammt die Band?
Alle Bandmitglieder stammen aus dem Innviertel in Oberösterreich, um genau zu sein aus Ried im Innkreis. Dort kennen sich die vier teilweise schon seit ihrer Schulzeit. Stefan und Boxer sogar noch länger, die beiden sind nämlich Brüder. Alle vier leben und arbeiten aber teils seit Jahrzehnten in Wien. hossyl wurde auch in Wien gegründet und die vier verstehen sich deshalb auch als Wiener Band.

Wann wurde hossyl gegründet?
Im Frühjahr 1994 fand sich die Band zunächst als Trio. Markus Hofinger stieß 1999 dazu. Stefan und BadI hatten davor bereits gemeinsame Bandprojekte in Ried und in Graz.

Wer waren die Vorbilder der Band?
Jedes Bandmitglied brachte seine eigenen Einflüsse mit. Die reichten von den Helden der Jugend (Doors, Beatles, Bob Dylan, Lou Reed, Jimi Hendrix, David Bowie, Frank Zappa, u.v.m.) über Fixsterne der 80er Jahre (Talking Heads, Prince, U2, Motörhead, The Cure, The Smiths, Wire, u.v.m.) und über die Urgesteine des Underground (Nick Cave, Hüsker Dü, Violent Femmes, Einstürzende Neubauten, Sonic Youth, Beastie Boys, u.v.m.) bis hin zu den Größen der damaligen Zeit (Nomeansno, Fugazi, Bad Brains, Melvins, Radiohead, Beck u.v.m).
Fast noch wichtiger, als die großen Vorbilder, waren die kleinen. Die frühen 90er Jahre waren geprägt von einer Aufbruchstimmung in der heimischen Alternative Musik Szene. Die Bandmitglieder haben in Wien hautnah miterlebt, was sich im Flex, im WUK, im Chelsea im Bach und der Arena bei Livekonzerten abspielte. Die zahlreichen österreichischen Underground Bands (aber auch unzählige kleinere internationale Acts), weckten die Lust, es ihnen gleich zu tun und die ersten Projekte von Stefan und BadI waren damals ja bereits im Werden.

Was bedeutet hossyl?
Der Bandname entstand während einer gemeinsamen Bergtour. hossyl ist ein Kunstwort, das von den Bandmitgliedern erfunden wurde, jedoch nicht wirklich absichtlich. Es ist eine Art Kraftausdruck, der phonetisch von den Wörtern Fuchs und Hase abstammt, die von den Bandmitgliedern – freilich im Dialekt – als Fux und Hos, ausgesprochen wurden. Das ambivalente und dynamische am Duo Fuchs und Hase hat die Band als Motiv fasziniert. Der schlaue Fuchs, der wendige Hase, das waren und sind gute Metaphern für die Gefühlswelt die die Band mit ihrer Musik zum Ausdruck bringen will: Ruhe und Geschwindigkeit, Gelassenheit und Wut, Stille, Konzentriertheit und rasanter Ausbruch von Energie. Darum geht es bei der Musik von hossyl von Anfang an. Bei den anfänglichen Jamsessions hat man Momente, in denen dies musikalisch gelang, gerne mit „alter Fuchsn“, auch „oida huxn“ oder eben „alter hosn“ quittiert. Auf besagter Bergtour wurde dann aus dem „hosn“ schließlich das Wort „hossyl“ geboren. Klingt absurd, ist aber so. Noch heute jubelt die Band bei Jamsessions oder Konzerten, wenn es besonders gut kracht, wenn die Gänsehaut kommt mit „alter hossyl!“ Neue Stücke werden von den Vieren auf den „hossyl“ hin überprüft: den Glücksmoment, den Wahnsinn, den euphorischen Höhepunkt, den wohl viele Musiker suchen und suchen und suchen und manchmal auch finden.

Wie ging es in den 90er Jahren weiter?
Die Band hatte und hat vorrangig das Ziel, live aufzutreten. Die Liste der Lokale, die man bespielt hat ist lang und beinhaltet alle namhaften Locations in Wien, aber auch in Graz, Linz und der österreichischen Provinz. Die jüngsten Konzerte gab man im Flex und der Arena.
Das erste Demotape wurde 1995 veröffentlicht, trug den Namen Huxn und zeigte am Cover einen Fuchs. Es folgten weitere Demos und 1999 die erste CD.

Was passierte in den Nuller Jahren?
hossyl blieben dran, auch als sie die Dreißig überschritten, Brotberufen nachgingen und Familien gründeten. There is no life without Rock´n´Roll! Die Jahre vergingen mit Konzerten, Proben, Demos, und schließlich einem Release in 2005: holy homy hole.

Welche Releases wurden bisher veröffentlicht?
Stadiumrock (CD, 1999): aufgenommen im Pseikotron Tonstudio in Illmitz von Martin Frühstück und Sebastian Postl. Bei der CD Präsentation im Flex war erstmals Keyboarder Hofinger mit auf der Bühne.
holy homy hole (CD, 2005): aufgenommen im Bandproberaum von Klaus Tschabitzer (Der Schwimmer)
5:child:EP (EP, 2011): aufgenommen im Wiener Tonstudio Gosh

Worum geht es in den Songs von hossyl?
So unterschiedlich die Themen der Stücke auch sind, zwei Hauptthemen tauchen immer wieder auf: Erstens Liebe, und zweitens Gegensätzlichkeit. Zu Liebe muss man nicht viel sagen. Sie ist letztlich eines der Hauptmotive des Lebens. Die Gegensätzlichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch Text- und Musikthemen bei hossyl. Das Zweifeln, das So- und Anders-Sein, die beiden Seiten der Medaille, die Veränderung als Konstante kommen immer wieder in hossyl Songs vor und finden ihren musikalischen Ausdruck im Wechselspiel von laut & leise, hart & weich, traurig & euphorisch, abgeklärt & durchgedreht.

Wie arbeitet hossyl?
Alles Songs sind Eigenkompositionen. Meistens entstehen sie im Proberaum aus Jamsessions und Fragmenten, die in gemeinsamer Arbeit zu Songs entwickelt werden. Die Vocals kommen meist, von dem, der sich danach fühlt, der den Drang verspürt. Es war aber immer schon so, dass alle Bandmitglieder gesungen haben. Lag der Löwenanteil der Vocals in den Anfängen bei Gitarrist Stefan, so hat sich das in den letzten Jahren Richtung Boxer und BadI verschoben, jedoch ohne viel Kalkül. Keyboarder Hofinger gab mit dem Stück „sex“ auf der 5 Child EP sein Debüt als Sänger.
hossyl sind akribische Arbeiter. Die Stücke erleben nach ihrer Geburt meistens eine längere Phase des Feinschliffs. Perfekt sind die Songs dann, wenn es der Band gelingt, die letzten fünf Prozent Wahnsinn zu reiten, den Nagel auf den Kopf zu treffen, was Tempo, Präzision und vor allem Empathie betrifft, den hossyl eben.

Wie ist die 5:Child:EP entstanden?
Das Album wurde im Frühjahr 2011 im Gosh Tonstudio aufgenommen und zwar in einer sehr kompakten Session von nur drei Tagen. Gemixt wurde an zwei Tagen. Die Hauptspuren wurden live eingespielt, es wurden nur wenige Overdubs gemacht. Im Vordergrund stand die Authentizität. Die Band findet sich in dem Album sehr gut wieder.